Eine Woche, die verbindet
Eine Woche Tschechien. Frühsport, Läufe, Krafttraining, Matteneinheiten und viele schweißtreibende Stunden lagen hinter unserer Mannschaft. Der Trainingsplan war straff, die Tage lang und trotzdem waren sich am Ende alle einig: Die Woche verging wie im Flug.
Was dieses Trainingslager besonders gemacht hat, waren nicht nur die vielen Trainingseinheiten, sondern die Zeit dazwischen. Kaum war eine Einheit beendet, saßen die Jungs und Mary schon wieder zusammen. Mal ging es gemeinsam ein Eis essen, mal wurde Tennis, Tischtennis, Basketball oder Fußball gespielt, Backgammon gezockt oder mit dem Fahrrad die Umgebung erkundet. Niemand zog sich auf sein Zimmer zurück. Stattdessen verbrachte die Mannschaft jede freie Minute miteinander.
Dabei ging es nie darum, wer der bessere Tennis oder Tischtennisspieler ist. Vielmehr gehörte das gegenseitige Necken und Herausfordern einfach dazu. Genau solche Momente schaffen Erinnerungen und bringen eine Mannschaft zusammen.
Besonders schön war zu beobachten, wie selbstverständlich unsere jungen Athleten den Kontakt zu den erfahrenen Sportlern suchten. Sie hörten zu, stellten Fragen und holten sich Tipps von Leistungsträgern wie Rahmataullah Moradi oder Pouria Taherkhani. Dieser Austausch ist mindestens genauso wertvoll wie jede Trainingseinheit auf der Matte.
Dass Mary mittendrin statt nur dabei war, ist für uns längst selbstverständlich. Sie trainiert seit ihrer Kindheit beim ASV Mainz 88 und ist fester Bestandteil unserer Mannschaft. Auf der Matte zählt keine Herkunft, kein Alter und kein Geschlecht. Dort zählt nur Einsatz, Respekt und die Bereitschaft, alles zu geben.
Selbst am letzten Abend war noch lange nicht Schluss. Die Sportler organisierten kurzerhand ein Tennisturnier. Am Ende setzte sich Marlon Vinson gegen Rahmataullah Moradi durch. Wer Marlon kennt, weiß, dass er seine Siege lieber mit einem Lächeln als mit großen Gesten feiert. Genau deshalb gönnte ihm jeder diesen Erfolg.
Ein Trainingslager endet nach einer Woche. Der Teamgeist, der dort entsteht, bleibt hoffentlich die ganze Saison.
Von Karani Kutlu