Von Potsdam nach Mainz
Alan Golmohammadi will in der Bundesliga angreifen
Mit acht Jahren stand Alan Golmohammadi erstmals auf der Ringermatte. Heute, mit 24 Jahren, wartet der nächste große Schritt auf ihn. Der Freistiler wechselt zum ASV Mainz 88, um sich in der Bundesliga weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen.
Zum Ringen kam er eher durch Zufall. Seine Mutter entdeckte bei einem Ausflug einen Mann mit den typischen Ringerohren. Er empfahl der Familie den Verein in Potsdam Babelsberg. Der Sport liegt bei Golmohammadi ohnehin tief in der Familie. Sein Onkel ist kein Geringerer als Maharbek Khadartsev, zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister. Dank dieser familiären Wurzeln konnte Alan in Ossetien regelmäßig mit Weltklasseathleten trainieren.
Auch sein jüngerer Bruder Aziz Golmohammadi ist inzwischen erfolgreich auf der Matte unterwegs. Bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften holte er die Bronzemedaille. Die beiden leben und trainieren gemeinsam in Heidelberg und sind füreinander wichtige Rückhalt und Trainingspartner. Bei den Kämpfen seines Bruders sei er sogar nervöser als bei seinen eigenen, erzählt Alan.
Seinen sportlichen Weg verfolgt er mit großer Konsequenz. Für den Sport zog er von Berlin nach Heidelberg. Der Schritt in die Ferne machte ihm anfangs Angst, zahlte sich aber aus: Er wurde Deutscher Juniorenmeister. Unterstützt wird er zudem von der Sportfördergruppe der Polizei Baden Württemberg, die ihm die Verbindung von Leistungssport und Beruf ermöglicht.
Seine Einstellung zum Sport ist kompromisslos. Für seine Ziele würde er nahezu alles geben. Auch ein Kreuzbandriss in der vergangenen Saison, den er sich in der 2. Bundesliga zuzog, änderte daran nichts. Er wusste für sich sofort: Er wird stärker zurückkommen. Nach intensiver Reha und Vorbereitung will er zum Saisonstart wieder topfit sein.
Der Wechsel nach Mainz ist für den ehrgeizigen Freistiler der nächste logische Schritt. „Ich will mich mit den Besten messen und denke, Mainz ist der beste Ort, um mich sportlich zu entfalten“, sagt Alan. Auch sein persönliches Ziel ist klar definiert: Er möchte sich in seiner Gewichtsklasse an die Spitze des deutschen Freistilringens kämpfen und Deutscher Meister werden.
Die Mainzer Zuschauer dürfen sich auf einen explosiven und physisch starken Ringer freuen, der auch vor Schmerzen nicht zurückschreckt. Er selbst sagt, er habe einen Körper bekommen, der viel aushält und leiden kann. Auf der Matte erwartet die Fans ein unerschütterlicher Sportler, der für die Mannschaft alles gibt. Und ein bisschen Show darf für ihn ebenfalls dazugehören.
Trotz seines großen Ehrgeizes blickt Alan mit Demut auf seinen bisherigen Weg zurück. „Gott weiß am Ende, wie alles passieren soll, und darauf verlasse ich mich.“ Dankbar ist er vor allem dafür, den Weg von der kleinen Halle in Potsdam bis auf die große Bühne in Mainz geschafft zu haben.
Jetzt ist Alan Golmohammadi bereit für sein nächstes Kapitel.
Von Karani Kutlu